Regeln - Erläuterungen  

11. Grob unsportliches Verhalten (8:6, 17:5d)

Grob unsportliches Verhalten kann beispielsweise sein:

a) Vergehen gegenüber einem Schiedsrichter;
b) Wegwerfen oder -stoßen des Balls nach einer Schiedsrichterentscheidung, wenn dies so weit ist, dass es nicht mehr als einfaches unsportliches Verhalten angesehen werden kann;
c) Verhalten des Torwarts bei einer 7-m-Entscheidung für den Gegenspieler,
wenn dieses so passiv ist, dass der Schiedsrichter annehmen muss, dass er den 7-m-Wurf nicht halten will;
d) Revanchieren nach einem erlittenen Foul (Nachschlagen);
e) Werfen des Balls nach einer Spielunterbrechung auf einen Gegenspieler, wenn dieses nicht als Tätlichkeit zu bewerten ist.

12. Stelle für die Ausführung des Freiwurfs (13:2)

Grundsätzlich ist der Freiwurf an der Stelle auszuführen, an der der Regelverstoß begangen wurde (siehe jedoch Erläuterung 16).
Verstößt ein Spieler gegen die Regel 17:3d (Nichtniederlegen des Balles bei Entscheidung für die gegnerische Mannschaft), ist er mit Hinausstellung zu bestrafen und der Freiwurf an der Stelle auszuführen, wo der Fehler begangen wurde.
In anderen Fällen ist es gestattet, den Freiwurf an der Stelle auszuführen, wo sich der Ball befindet, vorausgesetzt, diese Stelle ist nicht weiter als ca. 3 m vom Ort des Vergehens entfernt und befindet sich in der Nähe des eigenen Torraums. Die Toleranz wird kleiner, je näher der Freiwurf an der gegnerischen Freiwurflinie auszuführen ist.

13. Vorteil (13:6, 14:10)

Da die erzielten Tore das Entscheidende in einem Spiel sind, darf nicht auf Freiwurf (13:6) oder 7-m-Wurf (14:10) entschieden werden, wenn dadurch die angreifende Mannschaft benachteiligt wird. Deshalb ist abzuwarten, ob sich eine unmittelbare Vorteilssituation (z.B. Überzahlverhältnis, Raumvorteil) entwickelt, aus der sich eine Torwurfsituation ergeben könnte. Diese ist abzuwarten, da der Vorteilsgedanke vorrangig ist. Wurde kein regelgerechtes Tor (z.B. Schrittfehler, Betreten des Torraumes) erzielt oder kam der Pfiff zu früh, sollte jetzt auf Freiwurf oder 7-m-Wurf entschieden werden.
Eine eventuell notwendige Strafe ist erst nach Abschluss der Aktion auszusprechen, da die Bestrafung des Abwehrspielers für die angreifende Mannschaft zwar auch wichtig, aber zweitrangig ist.

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